Super 8

Zukunftsvisionen

RETRO

Archiv Teubig

Aus „Die Leinwand“ – Ausgabe 6/1984

Science-Fiction-Filme

…sind bei den Super-8-Fans besonders beliebt! Sie bieten so recht das was jedem Filmfreund das Herz höher schlagen läßt: phantastische Bilder, spannende Geschichten, exzellente Schauspieler, perfekte Tricktechniken, Spannung „Thrill“ und vieles mehr… Wir haben die Veröffentlichung von „Flucht ins 23.Jahrhundert“ (siehe Cinemascope-Corner) zum Anlaß genommen, einmal die auf Super-8 erschienenen Filme dieses Sujets in unserer Retro vorzustellen. Natürlich erhebt dieser Überblick nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, zumal wir Filme, die kürzer als 120m sind, ganz weggelassen haben.

Viele der genannten Filme sind auch lange Zeit vergriffen und so sollte man zugreifen, wenn der eine oder andere Titel als Gebrauchtkopie angeboten wird. Und nun steigen Sie mit uns in die Science-Fiction-Welt von „A“ wie „Alien“ bis „Z“ wie „Zweitausendeins“ ein…

Alien

ist eine der besten 120m-Fassungen die jemals erschienen sind. Die ursprünglich von KEN-FILM hergestellten Kopien wurden von der UFA mit dem deutschen Ton versehen und überzeugten durch ein kontrastreiches und vor allem scharfes Bild. Schade ist nur, das der Film nie als Mehrteiler noch einmal erschienen ist. Durch den guten Schnitt bleibt die 120m-Fassung aber unbedingt empfehlenswert.

Barbarella

Marketing’s technisch wunderschöner Dreiteiler gehört heute schon zu den gesuchtesten Kopien im Super-8-Markt. Jane Fonda’s und David Hemmings Ausflug in die Phantasiewelt der Galaxis zählt zumindest in den USA bereits zu den Kultfilmen des Genres. Die deutschen Kopien (auf Polyester) sind gestochen scharf und haben einen sehr transparent-schönen Ton. Das Bild ist maskiert, da es sich um einen Cinemascope-Film handelte. Ein Volltreffer auf Super-8!

Coma

war vor vielen Jahren einmal von Marketing-Film innerhalb der MGM-Edition lieferbar und ist heute noch bei Inter-Pathé-Film in Frankfurt auf Lager. Die lose zusammenhängenden Szenen lassen den, der den Film nicht kennt, etwas ratlos zurück. Dafür ist die technische Qualität ganz ausgezeichnet.

Buck Rogers

der Fernsehserienheld der Universal-Pictures, war nur ausserhalb der USA in den Kinos zu sehen. So kam der Film auch bei uns heraus und der Super-8-Lizenznehmer der Universal, die Piccolo-Film, brachte einen sehr gut geschnittenen Zweiteiler heraus. Von einigen Dreckflecken im Negativ abgesehen, ist der Film durchaus empfehlenswert. Vor allem der satte Ton läßt das Heimkino bei den Raumschiff-Schlachten erbeben. Universal hat in den USA auch einen ca. 60m langen Production-Clip herausgebracht, der sich als Beiprogramm eignet. Die eher seichte SF-Story (basierend auf einer Comicgeschichte) wird durch die exzellenten Spezialeffekte wett gemacht. Ein netter Film mit einer Prise „Weltall-Sex“…

Destination Moon

war lange Zeit als Vierteiler von der englischen Super-8-Firma MOUNTAIN-FILMS in Angebot. Der zittrige Bildstand war jedoch ein echtes Manko dieser Kopie.

Destination Inner Space

ebenfalls aus dem Hause Mountain, war technisch gesehen sehr viel besser. Über den Inhalt kann man (wie bei vielen SF-Filmen) streiten oder diskutieren. Jedenfalls hat es diesen Klassiker auf Super-8 gegeben…

Forbidden Planet

Wie schon einmal in der LEINWAND erwähnt, sollte dieser Film ursprünglich als CinemaScope-Fassung nach dem Animex-Verfahren herauskommen. Durch den Tod des Firmeninhabers Dr.A.M.A. van Tetering kam es aber nicht mehr dazu. So erschien der Film regulär und im Vollbild-Format von KEN-FILMS innerhalb der MGM-Edition. Leider mußte man durch das Vollbild-Verfahren im „scanning-system“ im CS-Bild umherfahren, da der Regisseur noch bewußt das Cinemascope-Format benutzt hatte und die Darsteller oft extrem links und rechts im Bild postiert hatte. Schon durch den Auftritt von „Robby the Robot“ ist dieser Klassier des Genres aber empfehlenswert. Farbe,Ton und Schärfe sind sehr gut, den deutschen Ton kann man sich von der auch bei uns erschienenen Videokassette „ausborgen“.

Flucht ins 23. Jahrhundert

Zu diesem hier im Heft bereits vorgestellten Film bleibt nur noch nachzutragen, das er auch als 120m-Fassung früher einmal lieferbar war. Wem diese Kurzfassung genügt sollte sich eine Kopie von Inter-Pathé-Film besorgen.

Futureworld

war einer der besten Filme aus dem Programm der längst erloschenen Firma CMV-Film. Dennoch kann man den Streifen auch heute noch bekommen. Die Piccolo-Film hat seinerzeit das Filmlager der cmv übernommen und hat noch Kopien vorrätig. Der spannungsreiche Ausflug in dieses böse „Disneyland“ der Freizeitindustrie sollte eigentlich bei keinem SF-Fan in der Sammlung fehlen. Die bei CMV-Filmen üblichen grün-bräunlichen Farben verschmerzt man denk des scharfen Bildes und des guten Tons zwangsläufig. Peter Fonda und Blythe Danner in den Hauptrollen sind zudem sehenswert. Insgesamt 360m Super-8-Film entführen den Betrachter in das tödliche Land von „Delos“…

Gefahr aus dem Weltall

ist einer der wenigen SF-Filme, die nicht nur in 3-D gedreht, sondern auch so auf Super-8 veröffentlicht wurden. Piccolo-Film hat sich bemüht, das optimale an Schärfe und Bildhelligkeit herauszuholen. Leider ist der Schnitt nicht sehr geglückt und rankt sich nur um die 3-D-wirksamen Szenen. Dennoch ist die 120m-Fassung für echte SF-Fans unverzichtbar!

 Invaders from Mars

Der SF-Klassiker Invaders from Mars, der einmal über Derann-Films als 120m-Version lieferbar war, überzeugte durch ein brillantes Farbild (von Technicolor-Kopien) und rasche Schnittfolgen, die die wesentlichen Szenen des Films zusammenfassten. Leider ist dieser Film schon seit Jahren vergriffen.

The Incredibe Melting Man

Das auch das Science-Fiction-Genre nicht vor Ekel-Horror zurückschreckte, bewies der Film The Incredibe Melting Man, der erst vor wenigen Jahren auf Super-8 herauskam. Bei uns ist der Film gleich unter zwei verschiedenen Titeln im Kino gewesen: „Der Planet Saturn läßt schön grüßen“ und „Der Zombie aus den Weltall“. Die 17-minütige 120m-Fassung weidet sich reichlich an Ekel-Szenen. Etwas für Grützorgien-Fans…

Der jüngste Tag

gehört ebenso wie Kampf der Welten zu den besten George Pal-Filmen, die jemals produziert wurden. Durch Marketing’s Paramount-Deal in den 70er Jahren kamen beide Filme als dreiteilige Fassungen in deutscher Sprache bei uns heraus. Ein messerscharfes Bild und ein voller, runder Ton zeichnet beide Filme aus. Sie sind heute schon sehr gesuchte und zu astronomischen Preisen gehandelte Sammlerstücke. Durch die plötzliche Einstellung der Super-8-Aktivitäten von Marketing-Film im Jahre 1982 kam es nicht mehr zu der geplanten Veröffentlichung dieser Filme in voller Länge. Angeblich sind sie aber in den USA dann doch noch erschienen. Eine Kopie hat allerdings bisher niemand gesehen bzw. beschaffen können. Tatsache ist, das Marketing-Film eine Tochterfirma in den USA gegründet hatte, die ausschließlich „full-length“-Filme des Kataloges veröffentlichen sollte. So geht auch das Gerücht um, das „Die zehn Gebote“ in voller Länge erschienen sein sollen. Vielleicht weiß einer unserer Leser mehr zu diesem Thema?

Kampfstern Galactica

Genau wie „Buck Rogers“ lief „Kampfstern Galactica“ in den USA als Fernsehserie und kam bei uns mit drei Filmen in die Kinos. „Kampfstern Galactica“, „Mission Galactica – Angriff der Zylonen“ und „Galactica III – Das Ende einer Odyssee“ waren die Titel der Kinofilme, die dann über Piccolo-Film unter den gleichen Titeln jeweils als Zweiteiler erschienen sind. Dabei merkt man dem dritten Teil deutlich an, das den Machern schon nichts mehr eingefallen ist…
Der Schnitt aller Filme ist sehr gut und legt das Hauptgewicht natürlich auf die Space-Fights, von
denen es jede Menge zu sehen gibt. Auch de Farben sind ausgezeichnet, lediglich mit der Schärfe hapert es bei den Totalen – hier hätte man mehr erreichen können. Die insgesamt 6 Rollen aller drei Episoden bilden ein abendfüllendes Programm. Wer mit separaten Verstärkeranlagen arbeitet, kann auch die in Kino vorgeführten „Sensourround“-Effekte nachahmen. Die Tonspur bietet genügend Tiefen, die man mittels Verstärker „aufblasen“ kann!

Der letzte Countdown

war zugleich auch die letzte Super-8-Veröffentlichung der Marketing-Film zu Beginn der 80er Jahre. In gewohnter Marketing-Qualität präsentiert sich dieser spektakuläre Science-Fiction-Film mit den „…was wäre wenn?“-Effekt. Der Film, der in Kino durchaus seine „Längen“ hatte, wirkt in der komprimierten Form durchaus „komplett“. Ein schöner Streifen, den wohl im Archiv haben sollte – 330m Super-8-Vergnügen!

Metaluna 4 antwortet nicht

war einer jener raren Piccolo-Filme, die sehr bald nach dem Erscheinen schon wieder aus den Programm gestrichen wurden. Allerdings – der etwas wirre Schnitt macht den Streifen auch nicht gerade zu einem „muß“ für die Sammlung. Dafür war er farblich und von der Schärfe her äußerst gelungen.

Planet der Vampire

Etwas besser war da der Piccolo-Film Planet der Vampire, ebenfalls eine 120m-Fassung des bekannten Klassikers. Leider war er so geschnitten, das die zitierten „Vampire“ nie so recht ins Bild kamen, obwohl sie im Film natürlich vorhanden waren. Ein schneidetechnischer Mißgriff…?

Plan 9 from outer space

ist eine ehemals bei Mountain erschienene Filmfassung des bekannten Klassikers. Der Film wurde nur unwesentlich gekürzt und bot mit seinen knapp 55 Minuten Spielzeit alle wesentlichen Szenen aus dem Film. Leider waren die Ausgangsmaterialien nicht besonders gut und so sind Kratzer, Schleifspuren, Hacker und vieles mehr einfach mitkopiert worden. Damals haben die S-8-Käufer so etwas wohl noch akzeptiert…

The Quatermass X-Periment

ein alter, schwarz-weisser Hammer-Film-Klassiker, ist jetzt wieder über Derann-Films als Vierteiler lieferbar. Ein echt abendfüllendes Programm kann man anbieten, wenn man auch gleich noch die Fortsetzung The Quatermass and the Pit (ebenfalls 4 Teile) anschafft. Alt-Star Brian Donlevy als Professor Quatermass ist jedenfalls einmalig gut. Allerdings – gemessen an heutigen Science-Fiction-Filmen mit ähnlichem Thema – müssen sich beiden Filme den Vorwurf gefallen lassen doch etwas „billig“ und gar zu vordergründig – auch für damalige Verhältnisse – gemacht. worden zu sein. Das beide Streifen Klassiker es Genres sind, bleibt jedoch unbestritten.

Rollerball

halb Action- und halb Science-Fiction-Film, gehört zur Komplettierung des Genres auch genannt. James Caan und John Houseman boten Glanzleistungen in diesem Film. Leider muß man Marketing-Film den Vorwurf machen, das der Schnitt eher schlecht als gut geraten ist. Zuviel „Rollerball-Action“, die sich zudem dauernd wiederholt, wurde in den Dreiteiler eingebracht und vieles was die Akteure an wichtigen Dialogen haben, fiel der Schere zum Opfer. Ein Mittelweg wäre auch gut begehbar gewesen. Die Qualität ist wie bei Marketing gewohnt sehr gut. Das maskierte Bild ist scharf, hat aber für meine Begriffe etwas zu „harte“ Farben. Ansonsten: OK!

Saturn 3

ein Science-Fiction-Spektakel das zwar auf mehreren Festivals preisgekrönt wurde, bei uns aber nie im Kino lief, bietet eine sehr interessante Besetzung an: Kirk Douglas, Farrah Fawcett-Majors und Harvey Keitel und ein „böser“ Roboter gestalten das Geschehen auf Saturn 3. Die 120m-Fassung (über Derann lieferbar) besticht durch duftige Farben und einen vorbildlichen Schnitt. Ein Seltenes, aber doch existentes „Schmankerl“ für alle SF-Freunde!

Silent Running

Fast ebenso rar ist … Silent Running, der bei uns unter dem Titel „Lautlos im Weltraum“ in Kino und im Fernsehen zu sehen war. Allerdings kommt bei dieser 120m-Fassung die eigenartig-künstliche Stimmung des Films nur schlecht zur Geltung. Ein Streifen, der wohl nur mit einer 360m-Fassung „der Sache“ hätte gerecht werden können.

Das schwarze Loch

ist bis heute einer der umstrittendsten Science-Fiction-Filme geblieben. Die Einen mochten ihn weqen seiner Spezialeffekte und der wirklich guten Story, und die Anderen störten sich an den Papp-Robotern ebenso wie an dem etwas peinlichen Schluß, der so etwas wie „den lieben Gott“ in der Galaxis erkennen läßt. Was bleibt ist eine von der Disney-Productions sorgfältig und gut zusammengestellte 110m-Fassung, die insofern etwas besonderes darstellt, weil es Disney-Filme höchst selten in so „langen“ Fassungen gegeben hat. Die Qualität ist zudem ausgezeichnet. So soll es sein.

Star Crash

eine relativ billig gemachte Columbia-Produktion bietet von allem Eines auf den 240m Super-8-Film: Caroline Munro. Die schöne Wahl-Engländerin ist ausgiebig zu bewundern – fast vergißt man darüber die abstruse Handlung. Dennoch – der Film wurde seinerzeit von Piccolo sehr gut verkauft und das läßt ja darauf schließen, das er viele Liebhaber gefunden hat. Ein Film, der damals auf der allgemeinen Sternenkrieg-Welle mitschwamm, man kann ihn „auch“ haben; man muß aber nicht.

Star Wars

Natürlich kommt man als Super-8-Fan an der Star-Wars-Saga nicht vorbei! Im Laufe der Jahre und mit wechselnden Auswertungsrechten des Films kamen sehr verschiedene Fassungen unterschiedlicher Qualität und Zusammenstellung auf den Markt.

Den Auftakt machte seinerzeit Marketing Film mit einer insgesamt ca. 180m-langen Fassung. Sie bestand aus einem Teil mit 120m und einen zweiten Teil mit etwa 60m. Allerdings fehlten hier neben dem Original-Ende viele Szenen aus dem Handlungsverlauf. Die UFA machte aus der Not eine Tugend und veröffentlichte, als sie die Lizenz von der 20th Century Fox übernahm, eine weitere 120m-Rolle. Die enthielt nun Szenen die in der Marketing Fassung fehlten: die Episode in der „Space Cantina“, die entscheidende Schlacht um die „Dark Star“ und die Ehrung der Sieger im Thronsaal von Prinzessin Leias Vater.

Von Animex in Holland kam nur wenig später die gleiche Fassung noch einmal in Cinemascope nach dem Animex-Verfahren (und in deutschem Ton) heraus. Genau genommen handelte es sich bei dieser Fassung um die zweite Hälfte des Films, also den „Part II“ wie Animex und Ken-Films diese Ausschnittfassung selbst nannten. Der erste Teil, also ein „Part I“ ist dann aber später nie erschienen. Also bleibt der Film in dieser Fassung stets ein Torso. So blieb nur die Möglichkeit, aus der Marketing und UFA-Flachfassung eine etwa 240m lange Fassung mit der Klebepresse und dem Betrachter zu „basteln“. Ein schwieriges Unterfangen. Wie man so etwas professionell ohne Bild- oder Tonverlust macht, wird das Thema eines Beitrages in der LEINWAND im Jahre 1985 sein!

Eine Sternstunde für die Science-Fiction-Super-8-Fans schlug, als die UFA schon einige Wochen vor dem Kinostart des zweiten Teiles mit einer 240m-Fassung von „Das Imperium schlägt zurück“ aufwartete! Das lag daran, das der Film in den USA bereits „durch“ war und über Ken-Films auch die Rechte für die Super-8-Auswertung zur Verfügung standen. UFA machte davon Gebrauch. Zu verdanken hatten wir diese Initiative dem damaligen Geschäftsführer und Filmeinkäufer Lothar Büscher, der selbst ein begeisterter Super-8-Fan war und ist. Diese Zeiten sind aber wohl für immer vorbei…

Durch den damaligen, raschen Verfall des Super-8-Geschäftes (dank Video!) kam dann der dritte Teil „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ erst garnicht mehr auf Super-8 heraus. Obwohl die UFA laut Vertrag die Rechte an der Super-8-Auswertung hatte, scheiterte das Ganze daran, das Ken-Films keine Negative für die S-8-Kopierung hergestellt hatte. Die Kosten für eigene, deutsche Negative wollte die UFA aber nicht tragen. Der totale Einbruch des Videogeschäftes ließ zudem eine Veröffentlichung nicht mehr ratsam erscheinen. Wie zu erfahren ist, bemüht sich Ken-Film im Zuge des wieder aufblühenden S-8-Geschäftes in den USA jetzt doch um Ausgangsmaterial für die „Jedi-Ritter“…

Star Trek

Niemand hatte wohl so recht daran geglaubt, das dieser Film mit der fernsehbewährten Enterprise-Crew tatsächlich ein Erfolg werden könnte. Inzwischen ist in den USA der dritte Teil unter dem Titel „The search for Spock“ erfolgreich angelaufen. Auf Super-8 gibt es leider nur den etwas zähflüssigen ersten Teil in einer 3x110m-Fassung von Marketing-Film. Nachdem
Marketing (aus welchem Grund auch immer ) zunächst eine scheußliche, nicht einmal 15 Minuten lange Kurzversion veröffentlicht hatte, kam dann endlich 1981 auch noch der Dreiteiler heraus. Der besticht durch exzellenten Schnitt, gute Bildqualität und wirklich frequenzreichen Ton. Das maskierte Bild läßt sich mittels des Zoom-Objektives am Projektor bis auf ein Seitenverhältnis von 1:1.66 „vergrößern“. Auch die Original Anfangs- und Ende-Titel sind enthalten.

Strasse der Verdammnis

war einer jener merkwürdigen, schlecht einzuordnenden SF-Filme die man heute als „Endzeit“-Streifen bezeichnen würde. Der etwas schwerfällige Film wirkt in S-8-Fassung temporeich, logisch und gut. Die sehr gute Bildqualität und vor allem die Bildkomposition kommt erst so recht in der von Piccolo-Film parallel veröffentlichten Cinemascope-Fassung (ebenfalls 120m) zur Geltung. Nachdem der Film lange Zeit vergriffen war ist er (in neuer Kopierung) jetzt wieder von Cineton AV in Hannover in der CinemaScope-Version lieferbar.

Der Teufel auf Rädern

Originaltitel „The Car“, war der Versuch von Universal Pictures mit relativ primitiven Mitteln ein Science-Fiction „A“-Picture zu machen. Dazu muß man wissen, das das Auto in den USA einen wesentlich höheren Stellenwert im Leben der Menschen einnimmt als bei uns. So gesehen war die Idee vom sich selbstständig machenden „Horror-Auto“ (die ja John Carpenter mit „Christine“ erneut aufgegriffen hat) gar nicht schlecht. Schlecht war nur die manchmal schleppende und unlogische Handlung. Die Super-8-Fassung versucht diesen Mangel auf den 120 Filmmetern auszugleichen. Die maskierte Piccolo-Fassung ist natürlich nur halb so schön anzusehen wie die von Animex veröffentlichte Cinemascope-Fassung die allerdings jetzt schon sehr rar geworden ist. Der milchige Schleier über vielen Szenen ist nicht etwa ein Filmfehler, sondern pure Absicht des Regisseurs. Wahrscheinlich sollte damit so etwas wie „Mystik“ erzeugt werden.

UFO

Diese aus Italien stammende Fernsehserie wurde mit insgesamt 2 Filmen (mit je 45Minuten Spielzeit) von der UFA bei uns veröffentlicht. „Psycho-Bomben“ und „unbekannte Gefahren“ waren die Titel. In England erschien später über Techno-Films noch ein dritter Streifen der aber schon lange nicht mehr zu bekommen ist. „Star Trek“ für „Arme“ hat ein bekannter Kritiker die Serie einmal genannt. Unbestritten ist, das die UFA-Filme bei uns viele Liebhaber gefunden haben und daher auch noch im Umlauf sind. Eine Fernsehserie auf Super-8 – ein bisschen komisch ist das schon…

Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.

Dieser Universal-Klassiker ist wohl eine der besten 120m-S-8-Fassungen die es je gegeben hat. Die Geschichte des Mr.C. ist immer wieder packend und von der Tricktechnik her auch heute noch ein echtes Meisterwerk! Das kontrastreiche s/w-Bild und der sehr gute Ton machen den Film zu einem unverzichtbaren Archivstück – auch für „nicht Science-Fiction“-Freunde.

Unheimliche Begegnung der dritten Art

Selten ist ein Meisterwerk des SF-Kinos so auf Super-8- „verhunzt“ worden wie dieser Film. Schuld daran ist der Regisseur selbst. Steven Spielberg (der selbst mit Super-8-Filmen seine Karriere begann) hatte laut seinem Columbia-Vertrag das Recht, alle Bearbeitungen seines Films selbst vornehmen zu können. Offenbar hat er aber beim S-8-Schnitt von „Close Encounters“ einen schlechten Tag gehabt. Wirr und zusammenhanglos bleibt der Film sogar für Leute die ihn mehr als gesehen haben. Eine vertane Chance ganz abgesehen davon, das 120m Super-8 auch viel zu kurz sind.

Der unglaubliche Hulk

Dieses seltsame Gemisch aus Fernsehserie und Kinofilm kommt – wie sollte es anders sein – aus Hollywood. Dort gehört der „Incredible Hulk“ sogar zu den Attraktionen der Universal-Filmtour.

Das sattsam bekannte „Jekyll & Hyde“-Thema wird hier (sehr amerikanisch) variiert. Bill Bixby als Wissenschaftler und „Herkules“ Lau Ferrigno machen ihre Sache denn auch ganz gut. Nur – so recht „zünden“ tut der Film weder im Kino noch auf Super-8. Zwar ist die 240m Fassung gut zusammengestellt und die Handlung ist klar gezeichnet, doch irgendwie fehlt dem Ganzen der rechte Höhepunkt. Wie dem auch sei, der Film ist noch auf dem Markt und wie ich sicher weiß, gibt es auch sehr viele, echte „Hulk“-Freunde unter den Super-8-Fans.

Voyage to the bottom of the sea

ist bei uns eher unter den beiden deutschen Kinotiteln „Als der Weltraum zu brennen begann“ und „Unternehmen Feuergürtel“ bekannt. Die englische 17 Minuten-Fassung (= 120m) gilt seit langem als vergriffen. Wer eine Kopie hat, darf diese als rares Sammlerstück „betrachten“. Mit einem ähnlichen Thema befasst sich auch Marketing’s Dreiteiler „Ein Riss in der Welt“ (Originaltitel „A crack in the world“), der hier nicht vergessen sein soll. 3 Teile Super-8 auf Polyestermaterial werden dem langatmigen Film ohnehin gerecht. Allerdings – er ist jetzt schon rar…
Westworld, jener Film, der wohl bei „Futureworld“ Pate gestanden hat, ist derzeit immer noch über die Foto-Quelle-Häuser im Rahmen der UFA-Ausverkaufsaktion zu haben. Der großangelegte MGM-Film mit Yul Brynner ist bestens geschnitten und die vorliegende Kopie hatte auch keine technischen Mängel. Dank der fortschreitenden Technisierung und „Ver-Computerisierung“ unserer Umwelt sind „Zukunftsvisionen“ wie sie in „Westworld“ gezeigt werden, nicht mehr weit von der Realität entfernt. Auch Jules Vernes hätte seine Freude, würde er sehen,wie weit sich seine literarischen Spinnereien inzwischen in Realität umgewandelt haben.

2001 – Odyssee im Weltraum

Dieser immer noch als Nonplusultra geltende Science-Fiction-Film von Stanley Kubrick,ist sowohl als Flachfassung mit Vollbild von der UFA als auch in Cinemascope von Animex im Umlauf.“Umlauf“ ist denn auch das richtige Wort. Ebenso schnell wie die Flachfassung von der UFA vergriffen war verschwanden auch die wenigen Cinemascope-Kopien von Animex/Cineton in den Archiven der Filmsammler. Der Film ist so rar, das er inzwischen zu überhöhten Preisen in der Tausch-und Sammlerszene gehandelt wird. Immerhin: Volle Länge, CinemaScope und deutscher Ton sind ja etwas Seltenes in der Super-8-Landschaft. Während die Flachversion der UFA (ohne das lästige Umherfahren im Bild) einen bombensicheren Bildstand aufweist, hat die AnimexFassung da so einige Schwierigkeiten. Es ist dem Kopierwerk (Technicolor in New York) nicht gelungen, das Bild sauber und wackelfrei auf den Film zu bringen. Das stört natürlich insbesondere bei Bildern über 2,50m Breite, weil das Bild eben über die am Objektiv eingestellte Größe „hinauswandert“ und eine häßliche schwarze, seitliche Bildbegrenzung sichtbar werden läßt. Das gibt sich zwar während der einzelnen Akte wieder, der störende Einfluß aber bleibt.

Die Schärfe ist durchweg als „gut“ zu bezeichnen, obwohl natürlich auch hier bei den extremen Totalen die Grenzen des S-8-Formates erkennbar werden. Der Ton hätte etwas mehr Tiefen vertragen können und ist nicht gleichlaut über alle Akte aufgespielt worden. Dennoch bleibt „2001“ ein Spezial-Bonbon im Super-8-Bereich. Möge es noch viele solcher Filme in der „Zukunft“ geben…….

„Die Leinwand“ Ausgabe 6/1984

Laden Sie hier die komplette Ausgabe, aus der dieser Artikel entnommen wurde, als PDF:

Michael Teubig

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