DIALOG

Supereighters

Eine Heftreihe von Fans und für Fans

Super 8 auf Hochglanzpapier

Seit 2019 publiziert Aser Queipo in Zusammenarbeit mit Andreas Chmielewski das Super-8-Magazin „Supereighters“. Die farbenprächtige, abwechslungsreiche Gestaltung und die schiere Flut an Bildern, die dem Leser in die Augen springt, machen die „Supereighters“ zu einem visuellen Genuss für Schmalfilm-Fans. Für off2 Grund genug, Aser und Andreas zu einem Gespräch einzuladen (das Interview mit Andreas Chmielewski ist Teil des nebenstehenden Videos).

Hallo Aser, Du verlegst ja das „Supereighters“ Magazin. Wie kam es zu der Idee, so ein Magazin ins Leben zu rufen?
Die Idee entstand, weil es heutzutage so wenige Veröffentlichungen über Filme auf Super 8 gibt. Es wird viel über Kameras, neues Filmmaterial, Emulsionen, Entwicklungen, usw. geschrieben, aber nicht über Filmkopien auf Super 8. Immerhin hatte das Heimkino schon viel früher – vor dem digitalen Zeitalter oder den bekannten Video-Kassetten – mit Super 8 begonnen.

Und wer hatte die Idee dazu?
Die kam von mir. Ich habe sie dann Andreas Chmielewski vorgeschlagen, der ja ein wandelndes Super-8-Lexikon ist, und er fand die Idee großartig. Eigentlich ist es ein Fanzine, ein Magazin, das von Fans gemacht wird, für Fans. Und so ging’s los!

Was ist das Ziel von Supereighters?
Das Hauptziel dieser Publikation ist es, das goldene Zeitalter der Kommerzialisierung von Filmen im Super-8-Format wieder erlebbar zu machen.

Wen möchtet Ihr mit Eurem Magazin ansprechen?
In erster Linie an aktuelle und ehemalige Sammler von Super-8-Filmen.

Wie lange hat es gedauert, von der ersten Idee zum ersten Heft?
Etwa fünf oder sechs Monate.

Wieviel Zeit investiert Ihr, um ein Heft fertig zu stellen?
Etwa zwei oder drei Monate. Dann muss man es noch übersetzen und an die deutsche Sprache anpassen.

Wie viele Ausgaben sind pro Jahr geplant?
Das ist eine schwierige Frage, da die Leute, die an diesem Projekt beteiligt sind, noch andere Jobs haben und wir uns in unserer Freizeit, die sehr knapp bemessen ist, um die Zeitschrift kümmern. Normalerweise veröffentlichen wir zwei Nummern pro Jahr.

Die Supereighters bestechen vor allem durch die professionelle, farbenfrohe Gestaltung. Wer hat das Layout entwickelt und wer setzt die Hefte?
Der Grafikdesigner ist mein Cousin und er er ist kein Super-8-Anhänger. Ich organisiere die Grafiken, schreibe die Texte und stelle für ihn die Verbindung her.

Beispielseiten

Welche Software wird verwendet?
Indesign, oder Scribus.

Woher kommen die Hunderte von Grafiken, die Ihr in so einer Ausgabe verwenden?
Viele Bilder und Plakate werden in guter Qualität eingescannt. Andere Elemente werden speziell für das Magazin mit Photoshop entworfen oder angefertigt. Einige Sammler schicken auch Bilder ein. Natürlich werden viele Cover mit Hilfe des Computers digital restauriert, wenn sie Beschädigungen aufweisen oder mit unerwünschten Aufkleber versehen sind…

Neben dem optischen Erscheinungsbild gibt es natürlich auch den Text. Wie recherchiert Ihr die Inhalte?
Die Inhalte kommen von mir und Andreas. Wir bekommen auch auf anderem Wege zusätzliche Informationen.

Wer schreibt die Texte?
Ich kümmere mich um die spanischen Texte und Andreas schreibt die deutsche Ausgabe.

Du arbeitest ja mit Andreas Chmielewski und Robert Weidemann zusammen. Wie unterstützen sie Dich?
Andreas bringt sein großes Wissen u.a. mit seltenen Covern und Katalogen ein. Einige Cover stammen auch von den alten Bildern, die Robert auf seiner Website eingestellt hat (Anm. d. R.: http://www.super8rezensionen.de – wird seit längerem von Andreas Chmielewski betreut).

Die Supereighters erscheinen in spanischer und deutscher Sprache. Wie macht Ihr das mit der Übersetzung?
Zuerst wird der Text auf Spanisch geschrieben, dann ist Andreas dafür zuständig, alles verständlich ins Deutsche zu übersetzen. Das ist mit viel Arbeit verbunden. Wenn man eine automatische Übersetzung machen würde, wäre das Ergebnis ziemlich chaotisch. Um das ins Deutsche zu übersetzen, reicht es nicht aus, die Sprache zu beherrschen, man muss auch die Welt von Super 8 kennen, also wissen, wovon die Rede ist.

Die ersten zwei Ausgaben erschienen auch in Englisch. Warum wurde das eingestellt?
Bei der ersten Ausgabe mussten wir feststellen, dass im Vereinigten Königreich oder in den USA zu wenige Exemplare verkauft wurden, und so die Druckkosten der nicht verkauften englischsprachigen Magazine nicht kompensieren konnte. Also haben wir beschlossen, die englischsprachige Version nicht weiterzuführen.

Aktuell sind wir bei Heft Nr.3 – wieviele Ausgaben sind geplant?
Das ist schwer zu sagen, weil wir bei der Produktion einer Ausgabe von externen Unterstützern abhängig sind und es manchmal eine Weile dauert, bis uns die benötigten Bilder oder Informationen erreichen. Wenn wir z. B. ein Magazin den Derann Film Services widmen wollen, brauchen wir externe Informationen und Material, dem wir unseren eigenen Informationen hinzufügen, sonst kann so eine Ausgabe nicht umgesetzt werden.
Wir sind gerade dabei, Heft Nummer 4 fertigzustellen, ein Extra über Super 8 in Deutschland. Es hat etwa 170 Seiten (mehr als der doppelte Umfang von zwei Magazinen, aber zu einem reduzierten Preis) Das ist sehr empfehlenswert, weil es einen allgemeinen Überblick und Informationen über das Super-8-Kino in Deutschland bieten wird.
Eigentlich können diese Magazine als Faszines betrachtet werden, die – zusammengenommen – eine Art Nachschlagewerk über die Geschichte des Super-8-Kinos bilden.

Verrätst Du mir, worauf wir uns inhaltlich noch freuen können?
Die regulären Magazine werden weiterhin einem bestimmten Super-8-Vertrieb gewidmet sein, während sich die Sonderhefte mit dem Super-8-Kino in einem bestimmten Land befassen werden: Deutschland, Spanien, Großbritannien, USA, Italien usw.

Magazincover

Wie hoch ist eigentlich die Auflage?
Aus Diskretionsgründen kann die Auflage nicht angegeben werden, der prozentuale Anteil des Verkaufs der Nummer 1 war wie folgt:
Deutsch 70%, Spanisch 27% und Englisch 3%.

Wie viel kostet ein Heft?
Die Kosten für den Verkauf eines regulären Magazins an die Öffentlichkeit liegen zwischen 8,50 und 10 Euro, je nach Auflagenstärke.

An wen kann man sich wenden, wenn man eine oder mehrere Ausgaben kaufen möchte?
In Deutschland Andreas Chmielewski. Die Versandkosten sind dann auch viel niedriger als der Versand aus Spanien.

Wenn jemand ein Exemplar einer älteren, vergriffenen Ausgabe haben möchte, gibt es da Möglichkeiten?
Sie können über die Email-Adresse bestellt werden, die in der Zeitschrift angegeben ist. Wenn sie ausverkauft sind, muss geprüft werden, ob es sich lohnt, eine geringere Anzahl von Exemplaren zu drucken. Denn die Druckmaschinen arbeiten nach der Zahl der Aufträge: je weniger Exemplare, desto höher die Kosten.

Bekommst Du Feedback von Lesern?
Ja, viele Leserinnen und Leser schreiben, dass sie vom Inhalt begeistert sind und das Magazin sehr schätzen: Gesamtgestaltung, Druckqualität usw. Das ist ein großer Ansporn.

Wird die Zeitschrift auch außerhalb der Sammlergemeinde wahrgenommen?
Ich denke, viele der Leser sind aktive Fans von Super-8-Filmen. Andere waren früher Sammler und bewahren ihre Sammlung zu Hause auf. Und obwohl sie keine neuen Super-8-Filme kaufen, kaufen sie die Zeitschrift als Informationsgrundlage und als Erinnerung an vergangene Zeiten.

Wo wir gerade beim Thema Sammlergemeinschaft sind: Gibt es in Spanien eigentlich eine große Super-8-Gemeinde? Gibt es irgendwelche Aktivitäten oder Veranstaltungen?
In den 90er und frühen 2000er Jahren gab es eine große, sehr aktive Community von Super-8-Fans in Spanien. Leider ist das nicht mehr so. Die Zahl der Aktiven ist stark zurückgegangen, trotzdem kaufen viele von ihnen das Supereighters-Magazin, vermutlich aus nostalgischen Gründen.

Was fasziniert Dich an Super 8?
Die Textur der Projektionen und die Montage der Zusammenfassungen auf drei 120er-Rollen. Es ist verblüffend, wie diese Schnittfassungen zusammengesetzt wurden.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Interview geführt von Joachim Schmidt

Das aktuelle Video zum Interview: off2 berichtet über das „Supereighters“ Magazin und spricht mit Andreas Chmielewski.

Aser Queipo (Jahrgang 1967) lebt in Spanien und veröffentlicht seit 2019 das Supereighters-Magazin. Seine Leidenschaft für Super 8 begann 1981, als er in einem Fotofachgeschäft erstmals die Regaler voller Super-8-Filmkopien entdeckte. Sein Archiv umfasst aktuell über 400 Filmen, wobei er sich besonders für dreiteilige Schnittfassungen begeistert.

Welche anderen Publikationen zu Super 8 gibt es noch? off2 stellt einige Printprodukte vor (Video von 2020).

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